Es geht nur um 347 Milliarden Euro! Ja, Sie haben richtig gelesen – es ist der Kohäsionsfond der EU. Die britische Zeitung „Finacial Times“ hat in achtmonatigen Recherchen 600 Datenbanken in 21 Sprachen durchforstet. Dabei wurden erschreckende Zahlen ermittelt.

Mit den Mitteln aus diesem Kohäsionsfond sollen die wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede innerhalb der EU ausgeglichen werden.

Die Frage: „Wer bekam wie viel Geld?“ Ist es der kleine oder mittelständische Unternehmer oder sind es die Großkonzerne? Die Welt am Sonntag schreibt in der heutigen Ausgabe, wer die Knete bekommt:

Unternehmen: Britisch American Tobacco (Germany)

Geförderte Aktivität: Extrusion von abrasiven, korrosiven zellulosehaltigen Pflanzenmaterialien

Beantragter Betrag: Euro 1.630.900

Unternehmen: Bahlsen GmbH

Geförderte Aktivität: Entwicklung eines neuartigen Keks-Müsli-Produktes u.a.

Beantragter Betrag: Euro 694.000

Unternehmen: Lidl

Geförderte Aktivität: Beschäftigungsmaßnahmen und Projekt „A Lidl Change“

Beantragter Betrag: Euro 899.858

Unternehmen: Nokia Siemens

Geförderte Aktivität: Projekte von strat. Interesse in Portugal/IT-Zentrum in Breslau, Einführung innov. Produkte

Beantragter Betrag: Euro 4.062.291

Unternehmen: EADS

Geförderte Aktivität: Entwickl. v. blitz-resistenten Schutzmechanismen im franz. Werk, Projekte in Polen und Spanien

Beantragter Betrag: Euro 3.335.000

Unternehmen: IKEA

Geförderte Aktivität: Aufbau eines Call-Centers in Rostock

Beantragter Betrag: Euro 1.727.500

Wenn Sie an Nokia denken – erinnern Sie sich sicher noch daran, dass das mit Steuergeldern massiv subventionierte Werk Bochum dicht gemacht wurde und der Standort nach Rumanien verlegt wurde?

Und bei Lidl? Die deutsche Handelskette kassiert Geld von der EU dafür, dass sie die Arbeitsmarktchancen von Erwerbslosen in Spanien verbessert.

Und wenn Sie sich jetzt als Unternehmer Gedanken darüber machen, wie Sie an das Geld aus diesem Fond bekommen – denken sie nicht mehr darüber nach. Sie haben nicht die Spezialisten dafür und erwirtschaften auch nicht das Kapital, um solche Spezis bezahlen zu können.

Es wird Zeit, dass die Wikileaks-Dokumente aus Brüssel offengelegt werden.

feed