Kunden diskutieren über Preise, weil sie Zahlen vergleichen.
Nicht, weil Ihr Angebot zu teuer ist.
In vielen Verkaufsgesprächen wird über Eurobeträge gesprochen, bevor überhaupt klar ist, worüber der Kunde eigentlich entscheidet. Genau hier beginnt das eigentliche Problem im Preisgespräch.
Preisgespräche sind selten ein Preisproblem.
Sie sind fast immer ein Vergleichsproblem.
Warum Käufer beim Preis zurückhaltend sind
Wenn Käufer einen niedrigeren Preis fordern, liegt das nur selten daran, dass Ihr Angebot objektiv zu teuer ist. Der wahre Grund ist meist ein anderer:
Der Käufer bewertet Ihren Preis, ohne zu verstehen, worauf er verzichtet, wenn er sich für eine günstigere Option entscheidet.
Ich habe das oft erlebt – zum Beispiel im Bereich der leichten Industriearbeit.
Kunden forderten niedrigere Aufschläge, obwohl Zeitarbeitskräfte bereits deutlich günstiger waren als festangestellte Mitarbeiter mit Krankenversicherung, Altersvorsorge und bezahltem Urlaub.
Das Problem war nie allein der Preis.
Das Problem war ein unvollständiger Vergleich.
Käufer vergleichen keine Anbieter – sie vergleichen Modelle
Die meisten Käufer wählen unbewusst zwischen vier Preismodellen.
Jedes dieser Modelle ist mit sichtbaren und unsichtbaren Zugeständnissen verbunden.
1. Das Niedrigstpreis-Modell
Dieses Modell erfordert die meisten Zugeständnisse.
Qualität, Zuverlässigkeit und Konsistenz werden geopfert.
Langfristig liefert es fast immer die schlechtesten Ergebnisse.
2. „Etwas besser als billig“
Die Leistung ist geringfügig besser.
Es gibt minimale Investitionen in Mitarbeiter oder Prozesse.
Sobald Druck oder Komplexität entstehen, versagt dieses Modell.
3. Das „gut genug“-Modell
Es funktioniert meistens.
Aber es versagt, wenn sich Bedingungen ändern.
Die Ergebnisse sind inkonsistent und schwer planbar.
4. Das „Best-in-Class“-Modell
Die einzige Konzession ist ein höherer Preis.
Dafür entfallen versteckte Kosten und wiederkehrende Ausfälle.
Die Ergebnisse sind zuverlässig, planbar und stabil.
Käufer wählen nicht zwischen Anbietern.
Sie wählen zwischen Modellen – und den Zugeständnissen, die jedes Modell verlangt.
Wie Sie diese Strategie im Verkaufsgespräch anwenden
Der Schlüssel liegt nicht im Argumentieren.
Er liegt im Zuhören.
Achten Sie darauf, was Ihre Kontakte über andere Anbieter sagen.
Dort liegen die wahren Entscheidungshebel.
Wichtig dabei:
- Sie kritisieren keine Wettbewerber.
- Sie verteidigen Ihren Preis nicht.
- Sie diskutieren nicht.
Stattdessen:
- erläutern Sie die Stärken jedes Modells
- machen Sie die Kompromisse transparent
- helfen Sie dem Käufer, die Konsequenzen seiner Wahl zu erkennen
So verlagert sich das Gespräch automatisch:
vom Preisvergleich zur Entscheidungsqualität.
Wann Sie erklären sollten, warum es Sie gibt
Viele Verkäufer machen denselben Fehler:
Sie sprechen zu früh über ihr Unternehmen, ihre Referenzen und ihre Lösungen. Das schwächt ihre Position.
Die wirkungsvollere Reihenfolge ist eine andere:
- Helfen Sie dem Käufer, die Entscheidung zu verstehen.
- Erläutern Sie die Zugeständnisse jedes Modells.
- Erklären Sie erst dann, warum Ihr Ansatz existiert.
Wenn Käufer verstehen, wofür sie sich entscheiden, verlieren Preisvorbehalte fast von selbst an Bedeutung.
Zusammenfassung
Warum verhandeln Käufer im B2B-Vertrieb über den Preis?
Weil ihnen die Klarheit über Kompromisse, Risiken und langfristige Folgen günstiger Optionen fehlt.
Wie überwinden Sie Preiseinwände ohne Rabatte?
Indem Sie das Gespräch von Kosten auf Ergebnisse, Zugeständnisse und Konsequenzen umlenken.
Sollten Verkäufer schlecht über Wettbewerber sprechen?
Nein. Entscheidungsmodelle schaffen Vertrauen. Wettbewerberkritik zerstört es.
Wann sollten Sie erklären, warum Ihr Unternehmen besser ist?
Am Ende des Gesprächs – nachdem der Käufer die Auswirkungen jeder Option verstanden hat.
Preisgespräche sind kein Argumentationsproblem.
Sie sind ein Führungsproblem im Gespräch davor.
Der nächste Schritt
Preisgespräche lassen sich nicht mit besseren Argumenten lösen.
Sie lassen sich nur vermeiden, wenn Gespräche früher klar geführt werden.
Genau darum geht es in meiner geschlossenen Facebook-Community.
Dort sprechen wir über echte Situationen aus dem Vertriebsalltag:
– wie Preisvergleiche entstehen
– wie Verkäufer unbewusst falsche Modelle zulassen
– wie Entscheidungen geführt werden, statt Preise zu verteidigen
Keine Theorie. Keine Show. Echte Fälle. Klare Haltung.
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Wenn Sie Preisgespräche nicht mehr verteidigen,
sondern Entscheidungen führen wollen.