Menschen hassen es, wenn ihnen etwas verkauft wird – und genau das kostet Sie Aufträge.

Neulich betrat ich ein Geschäft.
Ein Verkäufer sah mich – und kam sofort mit schnellen Schritten auf mich zu.

Meine Reaktion?

Ich drehte mich um.

Warum?
Weil ich – wie die meisten Menschen – nicht das Gefühl haben möchte, dass mir etwas verkauft wird.

Und genau hier liegt eine unbequeme Wahrheit für den Vertrieb:

Menschen hassen es, wenn ihnen etwas verkauft wird.

Aber sie wollen gerne kaufen.

Der Widerstand entsteht nicht gegen Ihr Produkt – sondern gegen Druck

Kunden hassen es:

  • wenn ihnen etwas aufgedrängt wird
  • wenn man ihnen hinterherläuft
  • wenn das Gespräch spürbar nur ein Ziel hat: Abschluss

Je stärker die Verkaufstaktik, desto größer der innere Widerstand.

Und gerade im B2B-Vertrieb ist das Risiko hoch:

  • Risiko für das Budget
  • Risiko für den Ruf
  • Risiko für die eigene Karriere

Kein Entscheider will sich gedrängt fühlen.

Deshalb fühlen sich gute Verkaufsgespräche nicht wie Verkauf an.
Sie fühlen sich an wie:

  • Klarheit
  • Orientierung
  • Fortschritt

Strategie 1: Überzeugen Sie nicht – holen Sie Einwilligung

Der schnellste Weg, Widerstand auszulösen?

Jemanden überzeugen zu wollen, bevor er bereit ist.

Traditionell sagt der Verkäufer: „Ich zeige Ihnen jetzt, wie wir das lösen.“

Moderner Vertrieb fragt: „Wäre es hilfreich zu sehen, wie andere Unternehmen das lösen?“

Das ist ein kleiner Unterschied. Aber psychologisch ein riesiger.

Einwilligung schafft Autonomie. Und Autonomie ist das Gegenteil von Druck.

Menschen widersetzen sich nicht Informationen. Sie widersetzen sich dem Verlust von Kontrolle.

Strategie 2: Lassen Sie Ihr Produkt für sich sprechen

Viele Verkäufer machen den gleichen Fehler:

Zu früh präsentieren.
Zu lange erklären.
Zu viel live demonstrieren.

Der Kunde ist noch gar nicht bereit.

Was passiert dann?

„Schicken Sie mal Unterlagen.“
„Wir melden uns.“
„Ich schaue es mir intern an.“

Das ist keine Verzögerungstaktik. Das ist Selbstschutz.

Moderne Käufer wollen:

  • Inhalte vorab prüfen
  • intern teilen
  • sich vorbereiten
  • Fragen in Ruhe klären

Wer das ermöglicht, erzeugt Vertrauen. Und Vertrauen beschleunigt Entscheidungen.

Strategie 3: Verkaufen Sie auch ohne anwesend zu sein

Eine unbequeme Realität:

Viele Kaufentscheidungen passieren ohne Sie.

Zwischen Meetings.
Nach Feierabend.
In internen Gesprächen.

Und trotzdem hängen viele Verkäufer noch immer an der Idee, dass alles im Termin passieren muss.

Moderne Vertriebsprozesse funktionieren anders:

  • klare nächste Schritte
  • Inhalte, die Fragen vorwegnehmen
  • Nachfassaktionen auf Basis von Interesse
  • Struktur statt permanenter Kontrolle

Asynchroner Vertrieb bedeutet:

Der Kaufprozess läuft weiter – auch wenn Sie nicht sprechen.

Der „ungesellige Käufer“ ist der neue Standard

Heute gibt es einen Käufertyp, der immer häufiger wird:

  • keine Kaltakquise
  • keine unnötigen Meetings
  • keine langen Präsentationen

Er will:

  • Klarheit
  • Relevanz
  • Kontrolle

Er ist nicht gegen Verkauf. Er ist gegen Reibung.

Und wer das versteht, hört auf, Druck aufzubauen – und beginnt, Fortschritt zu ermöglichen.

Der eigentliche Wandel im Vertrieb

Verkaufen ohne „verkaufsorientiert“ zu wirken ist keine Persönlichkeitssache.

Es ist ein System.

Dieses System umfasst:

  • Gespräche auf Einwilligungsbasis
  • klare Struktur statt Manipulation
  • Inhalte statt Überreden
  • relevante Follow-ups statt Dauer-Nachfassen
  • Respekt vor dem Entscheidungsprozess

Verkäufer, die das beherrschen, jagen keinen Abschlüssen hinterher.

Sie schaffen Kaufbereitschaft.

Der eigentliche Conversion-Hebel

Nicht Dringlichkeit.
Nicht Druck.
Nicht „Jetzt-oder-nie“.

Sondern Vertrauen.

Wenn Kunden sich nicht verkauft fühlen:

  • entscheiden sie schneller
  • binden weitere Entscheider früher ein
  • stellen sie bessere Fragen
  • handeln sie mit weniger Widerstand

Die beste Verkaufstaktik fühlt sich nicht wie Verkauf an.

Sie fühlt sich wie Fortschritt an.

Abschließender Gedanke

Hören Sie auf, das Gespräch gewinnen zu wollen.
Beginnen Sie, die Kauferfahrung zu gewinnen.

Denn wenn Menschen es hassen, etwas verkauft zu bekommen, ist die Lösung nicht, noch intensiver zu verkaufen.

Die Lösung ist:

Gespräche so zu führen, dass Entscheidungen entstehen – ohne Druck.

Genau daran arbeite ich im 1:1-Online-Sales-Coaching:

Nicht an Tricks.
Nicht an Manipulation.
Sondern an Struktur.

Damit Ihr Verkäufer das Gespräch führt – statt zu hoffen.

Ehrlich. Direkt. Wirksam.

© Werner F. Hahn * #3298 * 24.02.2025 *

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